Der Text ist eine Collage aus Zitaten von verschiedenen Autor:innen, geschrieben zwischen 450 v. Chr. und heute: Euripides, Seneca, Grillparzer, Heiner Müller, Christa Wolf, Sylvia Plath, Helga M. Novak, Ursula Haas und andere.

Die Texte fokussieren Themen wie MIGRATION, EIFERSUCHT, FREMDHEIT, FEMINISMUS, SCHULD, RACHE.

Gefühle und Motive sind als miteinander verschlungen sichtbar. Verschiedene Ansichten des Mythos‘ kommen zu Wort und Klang, ebenso seine aktuelle Brisanz.

Die antike Dramaturgie von Protagonist:innen und Chor wird neu gestaltet; die Darsteller:innen agieren als KlangKörper.

Die aktuelle Erfordernis, auf körperlichen Abstand zu gehen, führt zu einer Veränderung von Probenarbeit und Aufführung; dies wird als erweiterter Horizont und frischer Wind positiv verstanden und kreativ genutzt.

Es erwachsen unerwartete Möglichkeiten. Neue Ideen entstehen und konstruktive Lösungen werden entwickelt. Bearbeitungen, Verschiebungen und Umwandlungen kommen hervor.

Filmische Sequenzen, jeweils solo gedreht, kommunizieren miteinander. Der antike Chor erklingt durch multiplizierten Sound von Stimmen. Kostüme, Requisiten und Bühnenbild formen sich aus vertraut Unvertrautem.

Es entsteht ein System von Bausteinen, das Erinnerungsfetzen der Figuren, Träume und Wünsche festhält. Auf diese Weise erzählt die Architektur des Projekts den Charakter eines Mythos‘ mit, der „immer Umwege geht“ (Hans Blumenberg).